BUSINESS INTELLIGENCE-CONSULTING 

Geoinformation – mehr als Mapping! Business Intelligence mit Geoinformation und Big Data

von Kay Kamphans

Blitzlicht InGeoForum - Darmstadt

In betriebswirtschaftlichen Analysen sind räumliche Zusammenhänge in Unternehmensdaten oft von großer Bedeutung, ihre Abbildung in BI-Systemen ist allerdings vergleichsweise gering ausgeprägt. Werden im BI-Kontext komplementär zu den domänenspezifischen Daten auch Geoinformationen sowie Technologien zur Darstellung und Interpretation komplexer geographischer Beziehungen einbezogen, spricht man auch von Location Intelligence.

Zu diesem Thema richtete das InGeoForum (http://www.ingeoforum.de) unter dem Titel „Geoinformation – mehr als Mapping! Business Intelligence mit Geoinformation und Big Data“ am 26.02.2015 eine Veranstaltung im Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt aus.

In den zehn Vorträgen, die sowohl technisch als auch fachlich ausgerichtet waren, wurden unterschiedliche Ansätze zur Integration von Geoinformationstechnologien in BI-Lösungen vorgestellt. Dabei fielen Schlagworte wie Big Data, SOA, Web-GIS, Hadoop, SAP HANA und Cloud-Lösungen. Die Vortragenden setzten sich aus Mitgliedern großer Datenbank- und Hardwarehersteller, Cloud-Anbietern sowie mittelständischen Technologieherstellern und Beratungshäusern zusammen. Sie zeichneten ein umfangreiches Bild der aktuell im Praxiseinsatz befindlichen Lösungen.

Die Beiträge deckten Anwendungsgebiete von Verbraucheranalysen, Vertriebsplanung und Wetterprognosen über Immobilienbewertung bis hin zu Flugsicherheit und Kriminalistik ab. Neben der Erkundung von Geodaten (Location Discovery) wurden auch Anwendungsfälle zur Analyse von Geodaten in BI-Architekturen (Location Analytics) vorgestellt.

Da die Integration räumlicher Aspekte in betriebswirtschaftliche Analysen große Erkenntnisgewinne und damit wichtige Wettbewerbsvorteile mit sich bringen kann, wird diese Anforderung vermehrt an BI-Systeme gestellt. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Einbezug von Geoinformation in Berichtsprozesse grundsätzlich auf drei Ebenen stattfinden kann.

Auf der Ebene der Visualisierung stehen Kartendarstellungen und die Verortung von Fachdaten im Mittelpunkt.

Die Ebene der Datenanalyse umfasst die Durchführung komplexer räumlicher Operationen. Diese waren ursprünglich auf Grund der speziellen Anforderungen an Datenmodelle und Verarbeitungsmethoden den Geoinformationssystemen (GIS) vorbehalten, können nun aber in BI-Umgebungen integriert werden.

Die Ebene der Datenhaltung rückt immer dann in den Vordergrund, wenn die Anbindung großer Datenmengen im Fokus steht, die insbesondere von Sensoren, z.B. im Umfeld von Fahrzeugbau oder Smart Metering, generiert werden. Dabei kommen Technologien und Methoden aus dem Bereich von Big Data zum Einsatz.

Bei den vorgestellten Lösungen lassen sich zwei verschiedene Lösungskonzepte voneinander unterscheiden. Einige Lösungen stellen die BI-Systeme und ihre Reporting-Funktionalität in den Mittelpunkt und reichern die Fachdaten mit Geoinformationen an. Dabei findet die Datenintegration zumeist in einem darunter liegenden Data Warehouse oder einer räumlichen Datenbank statt. Durch die Integration mit mehreren Quellsystemen vergrößert sich der Einsatzbereich der Geodaten und sie stehen neben dem BI-Frontend auch anderen Anwendungen zur Verfügung.

Andere Lösungen stellen die Kartendarstellung und GIS-Funktionalität in den Fokus und reichern die primären Geodaten mit domänenspezifischen Fachdaten an. Diese Lösungen sind oft thematisch spezialisiert und stellen komplexe Geodaten-Operationen zur Verfügung, die in BI-Systemen nur schwer umsetzbar sind.

Als Fazit nehme ich von dieser Veranstaltung die Bestätigung mit, dass die Einbindung von Geodaten in BI-Architekturen in erheblichem Maße dazu beitragen kann, das Datenkapital eines Unternehmens besser einzusetzen. Vor allem können die bereits im Unternehmen vorhandenen Geodaten ihren Mehrwert enorm steigern, wenn sie aus den GIS-Abteilungen heraus über BI-Lösungen effizienter in die Entscheidungsprozesse integriert werden. Komplexe Management-Entscheidungen verlangen zunehmend diese Analyseunterstützung und die BI-Systeme können sie mittlerweile auch leisten.

Die Erfahrungen aus aktuellen BI-Projekten von noventum in den Bereichen Energieerzeugung, Service Management und Bewerbermanagement decken sich mit dieser Erkenntnis. Sie zeigen, dass vermehrt Anforderungen an Kartendarstellungen in BI-Reports entstehen und weitergehende Fragen nach räumlichen Analysen in den Fokus der Entscheider rücken. In diesen Projekten kommen bereits Visualisierungen geokodierter Daten aus Data Warehouses zur Anwendung. Ebenso wird die Anbindung von Cloud-Services in BI-Frontends in Kooperation mit den Softwareherstellern realisiert. In diesem Kontext erfüllen wir bereits einen großen Teil der Anforderungen von Controlling-Abteilungen an Analyse- und Reportingfunktionen, sodass wir uns in die Reihe der Lösungsanbieter von Location Intelligence Systemen einsortieren dürfen.

Alles in allem eine äußerst lohnenswerte und aufschlussreiche Reise nach Darmstadt!

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