BUSINESS INTELLIGENCE-CONSULTING 

Congress der Controller 2019 - Wie es mit uns Controllern weitergeht

von Thomas Schauer

Von 13.-14. Mai tagte wieder der Congress der Controller in München. Die Veranstaltung unter dem Motto "Prepare for your future" setzte sich einmal mehr mit der Zukunft des Controllings im sich wandelnden Umfeld auseinander.

Je weiter die künstliche Intelligenz in unseren Job-Alltag einzieht und uns damit wiederkehrende Tätigkeiten abnimmt, desto mehr müssen wir auch im Controlling über unsere Rolle nachdenken. Auch wenn die Diskussion lange nicht mehr neu ist, der Controller muss sich spätestens jetzt neu definieren. Vom Business Partner ist seit langem die Rede - und immerhin kann man in vielen Unternehmen immer mehr von der neuen Selbstverständlichkeit des Controllers sehen. Trotzdem, Hand aufs Herz, sind wir alle noch viel zu sehr mit dem klassischen Number Crunching beschäftigt.

 

Die zahlreichen Vorträge am Congress weisen uns die Richtung - von Best Practices in moderner Unternehmenssteuerung bis hin zu den Möglichkeiten der KI, es herrscht ein wenig Aufbruchsstimmung, aber auch viel Unsicherheit. "KI, müsste man mal machen.", ist der Tenor im Mittelstand, scheint mir. Natürlich gibt es in vielen Unternehmen Projekte zum Thema, Möglichkeiten werden ausgelotet, aber zum Anfassen ist es oft noch nicht. Und immer wieder scheitert es an der Verfügbarkeit der Daten oder schlicht deren Qualität, hört man in zahlreichen Diskussionen. Erstaunlich eigentlich, sollten wir doch längst alle für unsere Unternehmenskennzahlen wesentlichen Daten harmonisiert und unternehmensweit verfügbar haben. Leider haben aber auch wir Controller einen Anteil daran, dass dem nicht so ist, denn mit viel Liebe haben wir uns rund um Excel, Qlik, Tableau oder Power BI unsere Dateninseln gebaut. Weil es uns unabhängig von der IT macht, weil wir es ganz gut im Griff haben, weil es vergleichsweise günstig ist - allerdings mit dem Nachteil verschiedener Wahrheiten im Unternehmen und keinem gleichen Zugang zu Daten.

 

Was kann nun der Beitrag des Controllers auf dem Weg zum digitalen Unternehmen sein? Dass Daten ein enorm wichtiges Gut sind, braucht man uns ja nicht erklären. Wir sollten nun aber auch aktiv unterstützen, Abteilungsgrenzen einzureißen und Verbindungen zwischen Daten zu legen, wo sie möglich sind. Beim Vortrag von Rouven Morato von SAP sehen wir, wie das gelingen kann, indem z. B. die Ressourcen für Data und Analytics aus den Fachabteilungen herausgelöst werden und in einem Bereich zusammengeführt werden.

 

Wenn wir uns in der schönen neuen Welt als Controller dann endlich wirklich auf die Interpretation unserer Daten konzentrieren können, weil diese zentral und automatisiert gesammelt, plausibilisiert und aufbereitet werden, bekommen wir in unserer Rolle als Business Partner neue Möglichkeiten für die Unternehmenssteuerung - endgültig weg vom Kleinteiligen und hin zum großen Ganzen. Diese Denke muss dann aber auch das Management unterstützen bzw. sogar treiben, wie z. B. Christoph Hammer zur Transformation des Performance Managements bei der SBB ausführt.

 

Früher mussten wir als Controller betriebswirtschaftliche Modelle und Methoden verstehen, nun haben wir uns zum Business-Versteher (oder Business Partner) weiterentwickelt. In Zukunft müssen wir nun zu Datenverstehern werden - die notwendigen technischen Fähigkeiten zum Umgang mit Daten müssen wir uns erarbeiten. Aber an Einsatz hat es uns ja nie gemangelt.

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