BUSINESS INTELLIGENCE-CONSULTING 

Blitzlicht „MS SQL Server 2016 – Veranstaltungen“

von Felix Möller

Am 1.6.2016 wurde der SQL Server 2016 gelauncht. Seitdem haben wir tatsächlich vier Neuerungen identifiziert, die unsere Arbeit mit dem Programm noch effektiver gestalten könnte:

 

1. Integration von R für In-Memory Predictive Analytics:

Mit „SQL Server R Services“ verbindet Microsoft die Vorzüge skalierbarer Datenbankfunktionen aus SQL mit den hochentwickelten analytischen Möglichkeiten in R; fortgeschrittene statistische Berechnungen sind damit direkt im SQL Server möglich. Das sind gute Neuigkeiten für die Business Intelligence: Große Datenvolumen müssen nicht mehr mühsam nach R exportiert, dort berechnet und zurückgeladen werden, sondern lassen sich per Copy/Paste eines R-Scripts verarbeiten. Neben besserer Performance und mehr Flexibilität bei Datenanalysen könnten mit dieser Neuerung diverse Sicherheitsbedenken beim Transport sensibler Datenmengen wegfallen.

Interessante Links:

http://sqlmag.com/scaling-success-sql-server-2016/sql-server-2016-r-integration

https://redpixie.com/r-integration-in-sql-server-2016/

 

2. Temporal Tables ermöglichen Tracking von Veränderungen in der Datenbank:

Ebenfalls neu eingeführt worden sind die „System-Versioned Temporal Tables“, mit denen SQL jeweils eine „current table“ für aktuelle Daten und eine „history table“ mit sämtlichen alten Daten anlegt. SQL Server 2016 erkennt dabei automatisch alle Datenänderungen, die im current table vorgenommen werden und speichert alte Datenversionen im history table ab; so lassen sich Slowly Changing Dimensions (SCDs) in SQL 2016 per Knopfdruck anlegen. BI-Entwickler müssen SCDs damit künftig nicht mehr per MERGE-Statement selbst schreiben, sondern können diesen Schritt als temporal table im SQL Engine automatisieren. Es wird spannend sein zu sehen, welchen Einfluss diese Entwicklung auf bestehende Historisierungskonzepte im Frontend nehmen wird: Sollten MicroStrategy, Power BI und Co. das temporal table-feature integrieren, könnte der End-User künftig auch ohne SQL-Kenntnisse eigene SCDs erkennen und damit arbeiten. Stay tuned…

Interessante Links:

https://msdn.microsoft.com/en-us/library/dn935015.aspx

https://msdn.microsoft.com/de-de/library/mt631669.aspx

http://www.radacad.com/temporal-tables-a-new-method-for-slowly-changing-dimension

 

 

3. SSDT 2015: Der „One Designer“ im Visual Studio als einheitliches Toolset für SQL 2016

Im Arbeitsalltag eines BI-Entwicklers hat es lange wenige Dinge gegeben, die so unübersichtlich waren wie die vielen verschiedenen Visual Studio-Anwenderprogramme für SQL-Datenbanken: Bis zum SQL Server 2014 stifteten unterschiedlich alte Versionen von SSDT, SSDT-BI und SSMS sowie langsame und unregelmäßig releaste Updates der Programme Verwirrung. Mit dem Release des „One Designers“ in Visual Studio 2015 hat Microsoft hier nachgebessert. Seitdem gibt es aktualisierte Versionen für alle drei Tools zusammen mit Updates im zuverlässigen Vierwochen-Rhythmus. Im SQL Server 2016 genügt damit ein einziges Interface für die Entwicklung, Analyse und Verwaltung relationaler Datenbanken – das heißt für uns: weniger Komplexität und bessere Performance!

Interessante Links:

https://blogs.msdn.microsoft.com/ssdt/2015/06/24/ssdt-june-2015-preview/

https://blogs.msdn.microsoft.com/ssdt/2015/10/26/sql-server-data-tools-preview-update-for-october-2015/

https://msdn.microsoft.com/de-de/library/hh272686(v=vs.103).aspx

 

Aktualisierbare Column Store Indexes in SQL Server 2016:

Eine vierte Änderung, auf die wir besonders gespannt sind, räumt mit einem Ärgernis bezüglich der im SQL Server 2012 eingeführten „Column Store Indexes“ (CSIs) auf: Zwar waren damit schon vor 2016 bis zu zehnmal schnellere DWH-Queries möglich, weil das Strukturieren von Datentabellen im Spalten- anstatt im Zeilenformat wesentlich weniger Platz und Arbeitsspeicher benötigte. Problematisch ist jedoch bisher gewesen, dass Datentabellen fixiert waren, sobald sie einmal mit einem CSI bearbeitet wurden. Diese bedeutende Einschränkung ist im SQL Server 2016 behoben: Datentabellen sind nun auch nach dem Einfügen eines CSI noch aktualisierbar.

Interessante Links:

https://www.datavail.com/blog/columnstore-index-steroids-sql-server-2016/

https://msdn.microsoft.com/en-us/library/gg492088.aspx

http://www.nikoport.com/2015/09/02/columnstore-indexes-part-64-t-sql-improvements-in-sql-server-2016/

 

Nach der enttäuschenden 2014er Version spendiert Microsoft seinen Data Scientist-Usern mit SQL Server 2016 einige Features, die großes Potential bergen. Jetzt gilt es herauszufinden, ob sich die theoretischen Versprechungen in der Praxis bestätigen!

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